Aktuelle Homepage zur Kommunalwahl 2025
Willkommen!
Auf dieser Seite könnt ihr durch Anklicken der Überschriften Aktuelles und Einiges zur UWG-Aachen erfahren.
Und sehr viel mehr zu unseren Aktivitäten findet ihr unter den Menü- und Submenüpunkten auf den orangenen Feldern, oben & unten










Am 16.10. findet unser nächstes Treffen statt.
Wo & Wann: im Cafè Chico Mendes in der Pontstrasse74-76, ab 19:00
Wir freuen uns auch auf neugierige Mitmenschen, die uns kennenlernen und vielleicht auch mitgestalten möchten.
… ist vor der Stichwahl.
Liebe Aachenerinnen und Aachener,
wir als UWG werden auch weiterhin im Stadtrat vertreten sein – dank eurer Unterstützung zieht unser Ratsherr in die neue Legislatur ein. Dafür möchten wir euch herzlich danken!
Für die Stichwahl zur Oberbürgermeisterin/zum Oberbürgermeister möchten wir als UWG unsere Haltung teilen: Unsere Stadt braucht eine starke Stimme für Kultur, Bildung, soziale Teilhabe, bürgerschaftliches Engagement sowie für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Dazu gehören für uns insbesondere die Mobilitätswende, ehrgeizige Klimaziele und mehr Stadtgrün – Themen, die uns als UWG besonders am Herzen liegen.
Wir sehen diese Werte bei Sibylle Keupen klar vertreten und empfehlen daher, ihr bei der Stichwahl eure Stimme zu geben. Mit ihr kann die Arbeit an wichtigen Projekten erfolgreich fortgesetzt werden.
Geht bitte wählen – jede Stimme zählt!
Am Samstag im Frankenbergerpark. Ab 20:30 Podiumsdiskussion. Und natürlich mit Krachachho.
Die Gruppe `Students for Palestine´ Aachen (SfP) hat uns im Rahmen der Kommunalwahl 2025 einen offenen Brief mit einem Fragenkatalog zukommen lassen.
Hier zunächst unsere grundsätzliche Sicht auf unsere Weltgemeinschaft:
Astronaut Alexander Gerst hat einmal erzählt, wie es war, nach langer Zeit auf der ISS in Kasachstan zu landen. Obwohl er noch nie zuvor dort gewesen war, hatte er das Gefühl, nach Hause zu kommen. Denn wenn man von so weit oben auf die Erde blickt, sieht man etwas Wesentliches: Wir alle teilen dieselbe verletzliche Heimat – unseren Planeten.
Von dort oben gibt es keine Grenzen. Doch man sieht die Bomben aufleuchten, Explosionen, Zerstörung. Dieser Widerspruch macht sprachlos: Unser einziger bewohnter Planet, so schön und so zerbrechlich – und wir zerstören ihn und uns gegenseitig.
So empfinden auch wir: Jede Bombe, jeder Schuss, jeder Angriff verletzt nicht nur Menschen, sondern auch das fragile Vertrauen, das Gemeinschaft braucht. Ob in Gaza, in Israel, in der Ukraine oder anderswo – jedes Opfer ist eines zu viel.
Unsere Verantwortung als UWG Aachen liegt nicht in der Weltpolitik. Aber sie liegt hier: in unserer Stadt, in unseren Schulen, auf unseren Plätzen, in unseren Begegnungen. Wir wollen eine Stadtgesellschaft, in der Menschen einander mit Respekt begegnen, in der wir Konflikte nicht importieren, sondern Räume schaffen für Dialog, Sicherheit und Zusammenhalt.
Mit unserer Antwort auf den offenen Brief, den wir hier veröffentlichen machen wir transparent, wie wir diese Verantwortung verstehen.
… und hier unsere Antwort vom 01.09.´25 auf das Schreiben der SfP / SDS:
Sehr geehrte Vertreter:innen der Palästina-Solidaritätsbewegung Aachen,
sehr geehrte Unterzeichnende,
vielen Dank für Ihr Schreiben und die Übersendung Ihres Fragebogens. Ich nehme Ihr Anliegen und das Engagement für die Belange der palästinensischen Community in Aachen ernst und respektiere die große emotionale Bedeutung, die das Thema für viele Menschen hat.
Als Mensch, Bürgerin und OB-Kandidatin übernehme ich Verantwortung für das, was in meiner Macht steht.
Ich verurteile die Eskalation in Gaza und die Politik der Konfliktparteien klar. Das Vorgehen der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu ist für mich nicht verhältnisgemäß und die entstandene humanitäre Lage in Nahost erfüllt mich mit großer Betroffenheit und Sorge.
Mein Mitgefühl gilt grundsätzlich allen Menschen, die Opfer von Gewalt und Konflikten sind, unabhängig von Herkunft, Religion oder politischer Zugehörigkeit.
In Aachen liegt unsere Verantwortung darin, dass sich alle Menschen – jüdisch, palästinensisch und aus allen anderen Communities – sicher, respektiert und gesehen fühlen. Das bedeutet:
• Wir treten jeder Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung entschieden entgegen.
• Wir fördern Dialog und Begegnung zwischen unterschiedlichen Gruppen, um Polarisierung und Spaltung zu überwinden.
• Wir setzen uns für Teilhabe, Sichtbarkeit und kulturellen Austausch aller Communities in unserer Stadt ein.
Dialog und Begegnung sind mir und der UWG Aachen ein vorrangiges Anliegen, immer unter der Bedingung, dass diese Gespräche respektvoll, sachlich und frei von Diskriminierung oder Polarisierung stattfinden.
Auf dieser Grundlage bin ich offen dafür, mit unterschiedlichen Gruppen in Austausch zu treten. Aufgabe der Kommunalpolitik ist es nicht, außenpolitische Konflikte zu lösen, sondern ein Klima des Miteinanders, der Verständigung und des Schutzes in Aachen zu schaffen.
Dafür setze ich mich als OB-Kandidatin für die UWG Aachen vor der Kommunalwahl und darüber hinaus konsequent ein, darin sehe ich meine Verantwortung, damit unsere Stadtgesellschaft trotz globaler Konflikte solidarisch und zusammenhaltend bleibt.
Mit freundlichen Grüßen
Ute Haupts
OB-Kandidatin der UWG Aachen
… und hier das Schreiben vom 01.09.´25 des SfP / SDS
Sehr geehrter Kreisverband der UWG,
Sehr geehrte Frau Haupts,
anlässlich der Kommunalwahl 2025 wenden wir, die unterzeichnenden Organisationen der Aachener Palästina-Solidaritätsbewegung, uns mit einem dringenden Appell an Sie. Wir fordern Sie auf, klare Haltung gegenüber der humanitären Katastrophe in Gaza und der systematischen Entrechtung von Palästinenser:innen einzunehmen – auch auf kommunaler Ebene.
Menschenrechte sind universell. Wir erwarten, dass Sie sich im Rahmen Ihrer politischen Verantwortung für Gerechtigkeit, Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.
Die Gewalt seit dem 7. Oktober 2023 ist erschütternd, doch sie steht in einem historischen Zusammenhang: Jahrzehntelange Besatzung, die Blockade Gazas, Entrechtung im Westjordanland und die Vertreibung während der Nakba 1948 prägen die Realität von Millionen Menschen bis heute. Internationale Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und UN-Gremien dokumentieren seit Jahren schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, viele sprechen von struktureller Apartheid. Die militärische Eskalation in Gaza hat diese Dynamik dramatisch verschärft: mehr als 60.000 Zivilist:innen wurden getötet, ganze Stadtviertel ausgelöscht, über 90 % der Bevölkerung zur Flucht gezwungen. Der Zugang zu humanitärer Hilfe ist weiterhin massiv eingeschränkt – mit katastrophalen Folgen.
Diese Realität betrifft auch unsere Stadt, insbesondere die Angehörigen der Opfer in der Aachener Palästina-Community. Außenpolitik wird nicht nur in Berlin gemacht – sie spiegelt sich im Schulalltag, in der Stadtgesellschaft, in Kulturarbeit und Verwaltung wider. In Aachen hat es seit Beginn der Eskalation kaum politische Signale gegeben, die das Leid der palästinensischen Bevölkerung anerkennen. Eine Petition aus der Zivilgesellschaft blieb unbeantwortet. Öffentliche Stellungnahmen des Stadtrats waren einseitig. Friedliche Demonstrationen wurden durch Vertreter der Stadt in der Zeitung diffamiert. Die kommunale Politik hat damit Chancen auf Versöhnung, Dialog und gesellschaftliche Teilhabe verspielt.
Nach 22 Monaten Krieg, Zerstörung und wachsender gesellschaftlicher Spaltung ist die Zeit der Ausreden vorbei. Die Auswirkungen dieses Konflikts sind längst in unserer Stadt angekommen.
Als Bürger:innen erwarten wir, dass Sie mit Blick auf die kommende Wahlperiode Verantwortung übernehmen und Ihre Handlungsspielräume nutzen. Die nachfolgenden Vorschläge verstehen wir als konkrete Handlungsschritte, an denen sich Ihre politische Arbeit messen lassen muss. Zeigen Sie, wie Sie sich für Gerechtigkeit, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen – und machen Sie deutlich, worin Ihre Antwort auf diese Herausforderungen in Aachen besteht.
1. Öffentliche Positionierung gegen Menschenrechtsverletzungen
Benennen Sie öffentlich die schweren Völkerrechtsverletzungen in Gaza und im Westjordanland. Unterstützen Sie eine kommunale Resolution, die sich gegen Genozid, Siedlungspolitik und Angriffe auf palästinensisches Leben ausspricht. Erkennen Sie das Recht des palästinensischen Volkes auf staatliche Selbstbestimmung und nationale Souveränität an. Setzen Sie ein sichtbares Zeichen der Solidarität, z. B. durch das Hissen der palästinensischen
Flagge an öffentlichen Gebäuden
2. Schutz von Grundrechten & Versammlungsfreiheit
Unterstützen Sie friedliche Proteste palästinasolidarischer Gruppen und treten Sie öffentlich für deren Legitimität ein. Sichern Sie palästinensisch gelesenen Menschen Schutz vor institutionellem Rassismus und Generalverdacht.
3. Förderung palästinensischen Lebens in Aachen
Unterstützen Sie palästinensische Kultur-, Bildungs- und Sozialprojekte – insbesondere für Geflüchtete.
Stellen Sie städtische Räume für entsprechende Veranstaltungen zur Verfügung.
4. Inklusive Bildungs- und Erinnerungskultur
Fördern Sie eine differenzierte Bildungsarbeit zum Nahostkonflikt mit antirassistischer und postkolonialer Perspektive – z. B. an Schulen, Bibliotheken und der VHS.
Gestalten Sie kommunale Gedenkpolitik so, dass auch palästinensische Narrative und Traumata sichtbar werden ohne die Relativierung deutscher Verantwortung.
5. Städtepartnerschaft und internationale Verantwortung
Initiieren Sie eine Städtepartnerschaft mit einer palästinensischen Stadt als Ausdruck kommunaler Solidarität.
Fordern Sie die Prüfung bestehender Kooperationen mit Aachener Institutionen, die aktiv an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind.
Setzen Sie sich auf kommunaler Ebene für sichere Aufnahmeplätze für palästinensische Geflüchtete – insbesondere Kinder – ein.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung bis zum 06.09.2025. Bitte nutzen Sie das beigefügte PDF, um zu jeder Forderung Ihre Haltung und eine mögliche Unterstützung nachvollziehbar darzulegen. Ihre Position interessiert viele Menschen in der palästinasolidarischen Community in Aachen. Wir werden Ihre Antworten auswerten, einordnen und der Aachener Öffentlichkeit zugänglich machen, unter anderem über digitale Plattformen.
Mit freundlichen Grüßen
Students for Palestine Aachen
Sozialistisch demokratischer Studierendenverband SDS
Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend SDAJ
Arbeitskreis NAHOST
Sozialistische Alternative SAV
Antikriegsbündnis AKB
Sozialistische Organisation Solidarität SOL
Mit der „Langen Tafel der Vielfalt“ lädt die Stadt Aachen alle Bürger*innen auf den Katschhof ein, um gemeinsam die bunte und engagierte Stadtgesellschaft, die Vielfalt und Weltoffenheit Aachens, zu feiern.
Kommt vorbei und feiert die Vielfalt. Ihr findet uns am Stand der Fraktion „Zukunft“.
WO?: Bischöfliche Akademie Aachen in der Leonardstrasse 18-20, um 20 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Wir lassen uns nicht von der Diskussion um „Lenkungspunkte“ ablenken. Was uns wirklich bewegt findet ihr bespielweise auch hier.
Ihr solltet euch umfassend zu euer Wahlentscheidung informieren. Noch unentschlossen? Da könnte der ==> Lokal-o-Mat 2025 für Aachen weiterhelfen. Seit heute geöffnet.
Die Krachparade wurde durch einen Feststellungsbescheid der Polizei abgesagt. Wir bedauern diese Entscheidung sehr, denn eine bunte, kreative und friedliche Parade im Herzen unserer Stadt, die zudem mit viel Engagement völlig selbstfinanziert und-organisiert wird, ist ein Gewinn für alle Aachenerinnen und Aachener.
Die freie Kulturszene prägt unsere Stadt und ist ein unverzichtbarer Teil einer lebendigen Demokratie. Kreative Ausdrucksformen, Vielfalt und gemeinschaftliches Feiern im öffentlichen Raum tragen dazu bei, dass Aachen eine offene, lebenswerte und zukunftsorientierte Stadt bleibt.
Wir unterstützen das Recht auf Versammlungsfreiheit und sehen in Veranstaltungen wie der Krachparade ein wichtiges Signal: Kultur ist nicht nur Freizeitgestaltung, sondern auch gelebte Freiheit und Zusammenhalt.
Die UWG Aachen steht daher an der Seite der Kulturschaffenden, die mit der Krachparade ein starkes Zeichen für Vielfalt und eine lebendige Stadtgesellschaft setzen.
Zum 5. Mal seit 2004 tritt die UWG-Aachen auch 2025 wieder zur Kommunalwahl an. In den vergangen 4 Kommunalwahlen hat uns die Aachener Bürgerschaft das Vertrauen ausgesprochen: wir sind im Aachener Stadtrat seit 21 Jahren mit einem Sitz vertreten.
Unsere Ursprünge finden sich in Bürgerinitiativen, die sich gegen Missstände resultierend aus den damaligen politischen Situationen ergaben. Entsprechend war unsere Arbeit anfänglich noch sehr reaktiv geprägt: so bspw. gegen unsinnige Prestigeprojekte wie das „Bauhaus Europa“, die „Kaiserplatzgalerie“ oder für einen anderen Umgang mit Tieren (Orsbacher Nerzfarm, Zirkustiere, …) und vieles mehr. Manches konnten wir bewirken – Manches auch nicht verhindern, wie die „Kaiserplatzgaleere“, das heutige „Aquis Plaza“. Die Auswirkungen aus der Realisation des Letzteren werden in weiten Teilen der heutigen Aachener Politik bedauert – leider eine zu späte Bestätigung unserer damaligen Positionen.
Ein weiterer traditioneller Schwerpunkt der UWG-Aachen ist die Einhaltung einer „transparenten politischen Kultur“, also die vorsorgliche Vermeidung von Klüngel und Korruption.
Inzwischen arbeiten wir auch sehr proaktiv an vielen Themen mit und wirken mit unserer Arbeit so gut als möglich im politischen Prozess.
„UWG“ steht für Unabhängige Wählergemeinschaft. Die UWG-Aachen ist als lebendige Gruppe über die vergangenen 20 Jahren beständig gewachsen. Gerade in Zeiten der Wahlvorbereitung – wir bevorzugen diesen Terminus als Abgrenzung zum „Wahlkampf“ – verzeichnen wir immer wieder regen Zulauf. So auch in diesem Jahr: für diese Kommunalwahl entsenden wir 32 Kandidaten in die Wahlbezirke. Zu unseren regelmäßigen Sitzungen kommen zwischen 10 und 20 aktive Teilnehmer. Soweit wir dies überblicken können, sind wir in Aachen die einzige politische Gruppe, die überwiegend weiblich aufgestellt ist.
In unserem Logo finden sich die bezeichnenden Adjektive „BASISDEMOKRATISCH, UNABHÄNGIG und ÖKOLOGISCH“.
Unser Motto für 2025 ist: MITEINANDER POSITIV GESTALTEN
Unabhängigkeit findet in der UWG-Aachen ihren Ausdruck auch darin, als das wir keinerlei Finanzen verwalten. Es gibt kein Konto, keine Mitgliedsbeiträge und vor allem keinerlei Spenden. Dies vereinfacht einerseits die Arbeit und vor Allem fördert unsere stark sachliche Ausrichtung.
Als ausschließlich kommunalpolitisch tätige Gruppe erhalten wir übrigens auch keinerlei Wahlkampf-Erstattungen.
Alle parteipolitisch organisierten Wettbewerber werden in der kommunalen Tätigkeit durch ihre Mutter-Parteien und durch Spenden finanziert. In der UWG-Aachen hingegen sammeln wir traditionell über die Legislatur anfallende Aufwandsentschädigungen der Rats- und Ausschussmitglieder. Aus diesem bescheidenen privaten Mitteln finanzieren wir dann unsere Arbeit zur Wahlvorbereitung.
Mit einem Sitz im Stadtrat ist man in der möglichen aktiven politischen Tätigkeit noch sehr begrenzt. Mit 2 Sitzen wird man zur „Gruppe“ und die Gruppe erhält Zugang zu einigen ausgewählten Ausschüssen. Erst ab 3 Sitzen ist der Status einer „Fraktion“ erreicht. Dieser Status berechtigt dann die Fraktion dazu, Vertreter und auch „sachkundige Bürger*innen“ in alle etwa 20 städtischen Ausschüsse zu entsenden.
In den regelmäßig stattfindenden Sitzungen dieser Ausschüsse erfolgt die vorbereitende, tatsächlich gestalterische kommunalpolitische Arbeit. Über die Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Ausschüssen fast der Rat der Stadt dann später seine Beschlüsse.
In der Legislatur 2020-2025 sind wir mit der UWG-AACHEN eine Koalition eingegangen, um effizient an der Ratsarbeit mitwirken zu können. Die Fraktion „Die Zukunft“ bildete sich aus zwei Ratsherren von Volt, einem Ratsherrn der Piraten und unserem Ratsherrn Christoph Allemand (seit 2018 im Rat der Stadt Aachen). Im Verlauf dieser Koalition lösten sich die Aachener Piraten auf und der Pirat wechselte zu Volt.
In der UWG haben sich während der Legislatur immer wieder themenbezogene Arbeitsgruppen formiert. Themen wie Mobilität, Bildung und Kultur, Obdachlosigkeit, Prostitution, Stadt-Begrünung werden so in kleinen Gruppen intensiv bearbeitet. Die Erkenntnisse aus unseren Arbeitsgruppen fließen dann in die Arbeit der UWG ein. Über die Fraktion wird dies in die Ausschüsse getragen und/oder führt es zu Ratsanfragen. Der Rat der Stadt wiederum kann – muss aber nicht – Beschlüsse zu solchen Eingaben fassen.
Und letztendlich sind es die Bediensteten der Stadtverwaltung, welche Beschlüsse und Vorgaben aus dem Rat der Stadt Aachen dann in der Praxis umsetzen.
Die Stadtverwaltung wiederum wir von dem/der Oberbürgermeister*in geleitet.
Nach dem Urteil des OVG Münster zum Bebauungsplan am Büchel muss erneut eine Lösung für die Antoniusstraße gefunden werden. Wie kann das aus Sicht der UWG gelingen, damit die Pläne für den Büchel realisiert werden können?
Wir setzen uns für eine einvernehmliche und sozialverträgliche Lösung ein und sind für ein sozial begleitetes Modell wie in Köln: ein geschützter Bereich mit Fachbegleitung, der Sicherheit für die Sexarbeitenden bietet und Ausstiegsperspektiven schafft. Das OVG-Urteil führt zu einer Reduzierung der Arbeitsplätze, die wir im direkten Zentrum der Antoniusstraße (ohne Sichtbezug zu Wohnbebauungen) sehen. In diesem Bereich müsste dann ein entsprechender Neubau auf dem angrenzenden Parkplatz entstehen.
Haus der Neugier, Bushof, Sportpark Soers, Campus West – Aachen stemmt viele Großprojekte. Wie will die UWG sicherstellen, dass die Stadt sich nicht mit den vielen Großprojekten übernimmt und diese zum Erfolg geführt werden?
Wir sind uns sicher, dass diese Großprojekte nur dann zu einem zügigen und erfolgreichen Ziel geführt werden können, wenn wir jeweils für diese Projekte außerhalb der Stadtverwaltung eigene Planungs- und Umsetzungsgesellschaften gründen. Aus der Verwaltung heraus können wir diese Projekte nicht erfolgreich und schnell umsetzen. Echte Beteiligung der Öffentlichkeit sichert dabei Akzeptanz und den Fokus auf das Machbare.
Stichwort Bushof: Das Projekt, das in der kommenden Legislaturperiode mehr oder weniger zwingend angegangen werden muss, steht in engem Zusammenhang mit dem Haus der Neugier. Was ist die Vision der UWG für den Bushof?
Mit dem anstehenden Umzug der VHS ins Haus der Neugier werden viele Flächen im Bushof frei, die wir für dringend nötigen Wohnraum umnutzen können. Dazu wäre es sehr wichtig, die desolate Bausubstanz des Hauses und die brutalistische Optik mit deutlich mehr Stadtgrün (Dachbegrünung, Fassadenbegrünung etc.) zu einem grünen Meilenstein aufzuwerten. Der Busverkehr muss dabei klug integriert bleiben.
Der Einzelhandel in der Innenstadt leidet seit langem unter anderem unter veränderten Kaufgewohnheiten (Stichwort: Onlinehandel). Wie wollen Sie ihn unterstützen und die Ansiedlung attraktiver Geschäfte fördern?
Es sollte ein City-Management etabliert werden, das Verwaltung und Eigentümer*innen der Häuser integriert und neue Anbieter*innen besser platziert. Auch greifen bald Maßnahmen der „Städtebaulichen Entwicklung östliche Innenstadt“. Zur Steigerung der Attraktivität tragen verschattete Zonen bei und mehr Stadtgrün und Entsiegelung. Wir setzen auf gute Erreichbarkeit, kreative Zwischennutzungen und Konzepte für Leerstände. Stadt, Handel und Zivilgesellschaft können gemeinsam Impulse setzen – auch für mehr Vielfalt, soziale Treffpunkte und faire Mieten.
Immer wieder kommt es vor, dass Unternehmen, die in Aachen gegründet werden, die Stadt verlassen, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben. Auch alteingesessene finden andernorts offenbar bessere Bedingungen (Stichwort: Talbot). Was kann die UWG gegen diesen Aderlass unternehmen?
Wir brauchen attraktive Flächen, gute Rahmenbedingungen und klare Ansprechpartner. Die UWG setzt sich für frühzeitige Gespräche mit wachstumsstarken Unternehmen ein. Regionale Netzwerke, flexible Fördermodelle und attraktive Gewerbeflächen sind entscheidend für die Standortbindung. Es wird in Aachen auch zukünftig ein außergewöhnlich gutes Gründungsklima bestehen, welches allfällige Abgänge kompensieren kann.
Wie stehen die UWG zum Konzept “Innenstadtmobilität für morgen” und den Lenkungspunkten in der Innenstadt?
Wir müssen Verkehrslenkung als ineinandergreifendes System verschiedener Elemente unter Rücksicht auf alle Verkehrsteilnehmer verstehen. Dass Veränderungen anfänglich emotionale Reibung verursachen, ist trivial. Dies zeigte sich bereits vor Jahrzehnten bei der Einrichtung von Fußgängerzonen. Auch KFZ-Mobilisten werden sich schnell an eingetretene Änderungen gewöhnen und sich letztendlich an den damit einhergehenden Verbesserungen erfreuen.
Wie will die UWG zur Entspannung im Verhältnis zwischen Autofahrern und Radfahren sorgen?
Wir vermissen in der notwendigen Verkehrswende die vorsorgliche Schaffung von Quartiers Parkflächen und -häusern. Solche müssen mit E-Ladestationen versehen sein. Es ist wichtig vor der Einschränkung des ruhenden Verkehrs solch neuen Parkraum zu erschließen. In unserer begrenzten Stadtlandschaft müssen wir den belegten KFZ-Parkraum für neue Wege der anderen Verkehrsteilnehmer frei machen. So werden Zielkonflikte zwischen Gruppen von Verkehrsteilnehmern vermieden.
Wie will die UWG für ein umfassendes und schnelles ÖPNV-Netz sorgen?
Für die Innenstadt sehen wir eine Rückkehr zur Tram kritisch: begrenzter Raum, lange Planungen und massive Baustellen lassen keine wirkliche Entlastung erwarten. Seit langem fordern wir ergänzende ÖPNV-Seilbahnen, so für die Verbindung von Innenstadt, West- und Melaten-Campus, Uniklinik bis hin zum Drilandenpunt. Dies wurde der Stadt gutachterlich bereits 2009 empfohlen. Bei geringem Platz- und Baubedarf erschließen Seilbahnen weiteren ÖPNV bei minimalen Kosten und ökologisch-nachhaltig. In der intelligenten Vernetzung aller Systeme liegt die Zukunft des ÖPNV.
Wärmewende, Verkehrswende, grüne Wände: Welche Maßnahmen zum Klimaschutz sollten mit Priorität umgesetzt werden?
Ganz klar: Alle! Wir empfehlen darüber hinaus weitere Maßnahmen, auch unter Einbeziehung der Bürger*innen, wie z.B. Wettbewerbe zur Entsiegelung und nachbarschaftliche Begrünungsaktionen. Auch ein Verbot für „Betongärten“ wäre sinnvoll. Die städtischen Betriebe können hier beispielhaft vorangehen und Fassaden- und Dachbegrünung sowie Prinzipien der Schwammstadt konsequent umsetzen. Dies vermeidet absehbare Schäden durch Starkwetterereignisse und Hitze.
Warum ist es lohnenswert, aus Aachen heraus ein globales Problem anzugehen? Warum nicht?
Klima und Menschen sind überall, auch in Aachen. Die Verantwortung für die Daseinsvorsorge obliegt hier im großen Maß der Politik. Deshalb sehen wir es gerade im kommunal-lokalen Rahmen als vordringliche Aufgabe, sowohl gemeinschaftlich als auch individuell zu handeln. Wenn nicht wir hier und jetzt, wer und wo sollte denn sonst handeln?
Die Herausforderungen nicht anzugehen wäre verantwortungslos.
Was kann und sollte die Stadt Aachen besser machen, um dem Fachkräftemangel in Kitas zu begegnen?
Bessere Bezahlung, mehr Personal, Wertschätzung und Ausbildung – Fachkräfte brauchen gute Bedingungen und sichere Arbeitsplätze. Die Stadt sollte landes- und bundesweit auf Verbesserungen drängen und eigene Spielräume nutzen. Die UWG setzt sich im Rat für sichere, kindgerechte und familienfreundliche Lösungen ein.
Ab 2026 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für ihr Kind. Was muss die Stadt unternehmen, um diesem gerecht zu werden?
Aachen braucht ein verlässliches Ausbaukonzept mit Fokus auf Personalgewinnung und guten Arbeitsbedingungen, vor allem bezüglich der Planungs- und Finanzierungssicherheit, statt befristeter Verträge für das pädagogische Personal. Übergangsweise könnten multiprofessionelle Teams mit pädagogisch geschulten Assistenzkräften Fachkräfte entlasten. Außerdem ist eine stärkere Unterstützung durch Schulsozialarbeiter*innen ein essenzieller Baustein für bessere Betreuung.
Wie steht die UWG zum Beschluss, die Öffnungszeiten der städtischen Kunstmuseen zugunsten von „Tagen der kulturellen Bildung“, also exklusiven Angeboten für Gruppen, zu reduzieren?
Wir als Wählergemeinschaft lehnen die geplanten Schließtage ab. Der Nutzen ist ungewiss, der Schaden groß: Die Museen wären für Einzelbesuchende nur noch vier Tage geöffnet – schlecht für Bürger*innen, Schulklassen und Tourismus. Für kulturelle Bildung braucht es ergänzende Formate – nicht weniger Offenheit. Einen verstärkten Zulauf würde man nach unserer Meinung z.B. durch eintrittsfreie Tage und Gratisangebote für die Aachener*innen (wie die sogenannten „Zentis-Tage“) besser erreichen.
Das Theater Aachen muss dringend baulich saniert werden. Wie wollen Sie gewährleisten, dass der Spielbetrieb in den nächsten Jahren trotzdem möglichst nahtlos aufrechterhalten werden kann?
Die Sanierung bietet die Chance, neue Spielorte zu erschließen. Kultur darf nicht stillstehen, sondern soll sichtbar im Stadtraum präsent bleiben – auch dezentral und überraschend, ähnlich wie es mit den Kurpark-Classics, dem Stadtglühen und den Konzerten im Eurogress bereits umgesetzt wird. Das stärkt zudem die Verbindung zu Menschen, die sonst nicht ins Theater kommen.
Es ist klar, dass für die Umsetzung des Integrierten Konzepts für Attraktivität und Sicherheit (IKAS) in der Innenstadt die schon lange klaffende Personallücke beim Ordnungs- und Sicherheitsdienst geschlossen werden muss. Wie kann das aus Ihrer Sicht kurzfristig gelingen?
Kurzfristig braucht es attraktivere Arbeitsbedingungen und gezielte Werbekampagnen. Gleichzeitig sollten Aufgaben neu priorisiert werden: Mit einem Fokus auf Präsenz, Deeskalation und Zusammenarbeit mit Sozial- und Streetworking-Teams. Wir möchten darauf hinweisen, dass bisherige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auch bereits gut greifen, wie langjährige Statistiken deutlich zeigen.
Trotz IKAS scheint sich die Situation rund um Kaiserplatz und Promenadenstraße nicht wirklich zu entspannen. Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um eine weitere Verelendung zu verhindern?
Wir setzen uns dafür ein, Ordnung mit sozialer Begleitung zu verbinden, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität aller nachhaltig zu steigern. Angebote der Stadt müssen die Situation für die suchtkranken und hilfsbedürftigen Menschen deutlich verbessern, z.B. Duschbusse und dauerhaft zugängliche WCs. Wir setzen uns für niedrigschwellige Hilfen ein – darunter ein Drogenkonsumraum, erweiterte Suchthilfeangebote und Projekte wie der „Kiosk Troddwar“ und „Housing First“.
